Stefan Portmann, Martin Schacher, Mirko Hüppi und Domenic Senn nahmen vergangene Woche an der Weltmeisterschaft in Kaprun (Österreich) teil. In den Disziplinen Super-G, Superkombination, Slalom und Riesenslalom wurden die Medaillen vergeben. Stefan Portmann sorgte mit seinen beiden vierten Rängen in Slalom und Riesenslalom für die besten Ergebnisse aus Schweizer Sicht und verfehlte eine Medaille nur knapp.


Über 70 Athleten aus zehn Nationen nahmen an der diesjährigen Weltmeisterschaft im österreichischen Kaprun teil. Das Schweizer Team ging mit einer starken Mannschaft an den Start, die mit dem Wigger Stefan Portmann sowie den beiden Ostschweizern Mirko Hüppi und Domenic Senn sogar drei Medaillenanwärter stellte. Auch vom Escholzmatter Martin Schacher durften gute Platzierungen erwartet werden.

 

Nachdem am Dienstag ein Training und die Eröffnungsfeier auf dem Programm standen, ging es bereits am Mittwoch mit dem ersten Wettbewerb, dem Super-G, los.

 

Super-G vom Wetter bestimmt

Tagelange Regenfälle machten den Super-G für die Athleten zu einer schwierigen Aufgabe und auch während dem Rennen blieben einige Rennläufer nicht vom Regen verschont. So wurde der Super-G zu einer Startnummernlotterie und die tiefen Startnummern waren klar bevorteilt. Als bester Schweizer klassierte sich Mirko Hüppi auf dem sechsten Rang.

Denkbar schlecht traf es Portmann und Schacher. Während es bei Portmann zwar noch trocken, aber durch die durchnässte Piste und den bereits vorhandenen Spuren im Lauf keine schnellen Zeiten mehr möglich waren, regnete es bei Schacher in Strömen.

Die Tschechen feierten mit Jan Gardavsky und Martin Stepanek einen Doppelsieg. Rang drei ging an den Italiener Lorenzo Gritti.

 

Rang fünf und sieben in der Superkombi

Am nächsten Tag wurde die Superkombination, bestehend aus einem Super-G und einem Slalomlauf, ausgetragen. Das Schweizer Team hatte sich viel vorgenommen und wollte mit etwas Wut im Bauch die Resultate des Vortages abhaken.  Nach dem Super-G lagen drei Schweizer Athleten in Lauerstellung auf eine Medaille. Portmann, Senn und Hüppi positionierten sich mit einem geringen Abstand auf das Podest auf den Zwischenrängen neun bis elf. In Führung lag der Italiener Edoardo Frau. Im  Slalomlauf griffen die Schweizer an, um noch ein paar Konkurrenten einzuholen. Mirko Hüppi und Stefan Portmann konnten mit schnellen Slalomzeiten einige Ränge gut machen und wurden am Ende Fünfter und Siebter; Senn fiel auf Platz 11 zurück. Leider gab es damit auch im zweiten Rennen keine Medaille für die Schweiz. Gold, Silber und Bronze gewannen Lorenzo Gritti, Jan Gardavsky und der Österreicher Michael Stocker.

 

Portmann schrammt im Slalom an Medaille vorbei

Das Schweizer Trio machte sich berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille im Slalom am dritten Wettkampftag mit Hüppi und Senn als Weltmeister aus den Jahren 2011 und 2013. Hüppi und Senn lagen nach dem ersten Durchgang mit der gleichen Zeit auf dem sechsten Zwischenrang, direkt dahinter klassierte sich Portmann auf Rang acht. Die Abstände zu den Medaillenplätzen waren derart gering, dass für alle drei Athleten noch eine Medaille möglich war. Bei Halbzeit führte Michael Stocker vor seinem Teamkollegen Hannes Angerer und Martin Stepanek. Den zweiten Lauf nutzte er als Trainingsfahrt und er kam auf den 38. Schlussrang. Ausgerechnet Portmann raste im zweiten Durchgang Hüppi und Senn davon. Mit einer grandiosen Fahrt verbesserte er sich auf den undankbaren vierten Rang. Mirko Hüppi erreichte am Schluss Rang sechs; Domenic Senn fiel auf Rang 13 zurück, während Michael Stocker vor Jan Gardavsky und Hannes Angerer Slalomweltmeister wurde.

 

Ebenfalls im Riesenslalom glücklos

Am letzten Wettkampftag wurde der Riesenslalom ausgetragen. Portmann, Hüppi und Senn fuhren nach dem ersten Lauf auf die Ränge fünf, sieben und zehn und lagen immer noch auf Medaillenkurs. Senn hatte als Zehnter einen Rückstand von nur 70 Hundertstelsekunden auf den Führenden Michael Stocker. Wie bereits in den Tagen zuvor fiel Senn im zweiten Lauf zurück und wurde Zwölfter. Portmann und Hüppi realisierten starke Zeiten und hofften, im letzten Rennen doch noch eine Medaille zu gewinnen. Am Ende wurde Hüppi Fünfter und Portmann fehlten 17 Hundertstelsekunden auf Bronzemedaillengewinner Martin Bartak aus Tschechien, womit er erneut Rang vier erreichte. Jan Gardavsky sicherte sich im Riesenslalom die zweite Goldmedaille an dieser Weltmeisterschaft und gewann vier Medaillen in vier Rennen. Stocker wurde Zweiter und beendete seine Karriere mit einem ganzen Medaillensatz. Martin Schacher kam im Riesenslalom auf den 35. Rang.

 

Bei den Damen wurde die Tschechin Adela Kettnerova Weltmeisterin im Super-G, in der Superkombination holte sich die Japanerin Chisaki Maeda die Goldmedaille. Die Weltmeistertitel im Slalom sowie im Riesenslalom gingen an die Österreicherin Jacqueline Gerlach.

 

Die Schweizer Mannschaft wurde an der Weltmeisterschaft ganz klar unter Wert geschlagen und reiste ohne Edelmetall im Gepäck nach Hause. Vor allem Portmann fuhr in dieser Saison mehrere Podestplätze und sogar Siege ein. Schon oft fehlte ihm an WM-Rennen das nötige Glück für den Medaillengewinn. Da an einer Weltmeisterschaft nur Medaillen zählen, war er mit den beiden vierten Rängen dementsprechend enttäuscht. Zum Abschluss der Saison findet im September noch die Schweizermeisterschaft in Atzmännig statt.