Keine braven Schweizer mehr

Keine "braven Schweizer" mehr

Die Grasski-Saison 2004 ist beendet. Nach Startschwierigkeiten konnten sich die Athleten steigern und erzielten gute Resultate. Für den Erfolg in der Zukunft gilt: weg vom Image der "braven Schweizer", hin zum totalen Risiko in jedem Rennen.

Die Vorbereitungen der Saison konnten nicht immer wie gewünscht stattfinden. Viele der Fahrer waren mit der Lehrabschlussprüfung beschäftigt. Dadurch ist der schwache Start zu erklären. Konditionell und technisch war ein Defizit zu erwarten. Doch etwas anderes brachte diese Konstellation auch ans Tageslicht: ohne Topmaterial gibt es auch im Grasski-Fahren keinen Blumentopf zu gewinnen. Dank intensivem Training und Verbesserungen bei Material konnten allerdings ab mitte Saison gute Resultate erzielt werden.

Gute Resultate

In der neu eingeführten Weltcupwertung für die Junioren sorgten die Schweizer für Furore. Urs Pfister grüsste lange Zeit vom ersten Platz, bis er am Weltcupfinale in Nove Mesto (CZE) noch vom Thron gestossen wurde und guter Vierter wurde. Dazu kamen drei weitere Schweizer in die Topten. Auch die Juniorinnen wussten zu überzeugen. Tina Giger und Priska Krummenacher lagen in Tuchfühlung mit den Weltbesten und landeten auf den Rängen 3. und 4. Nicht nach Wunsch verlief die Junioren-WM in Bad Tatzmannsdorf (AUT). Einzig Priska Krummenacher (Silber im Super-G) und Stefan Portmann (Bronze im Slalom und Kombination) ergatterten sich Medallien.

Auch bei den Herren sind die Schweizer auf dem Vormarsch. Am Ende des ersten Drittels ist der "Warteraum" der Eidgenossen. Mario Matter als 12., Marco Manser (15.), Urs Pfister (16.) und Dominic Senn (17.) sind in den Startlöchern, um mit weiterhin hartem Training den Top-Fahrern in Zukunft mächtig einzuheizen.

Neuer Club

Bruno Hüppi hat in Zusammenarbeit mit seinen Assistenten Brigitte Büsser und Arno Tscharner in diesem Jahr mit dem GSC Linth einen neuen Grasski-Club gegründet. Rund 20 junge Grasskifahrer konnten für unseren Sport gewonnen werden. Dazu liefen bereits zwei FIS-Jugendrennen auf dem Ricken einwandfrei über die Bühne. Durch den neuen Club ist ein weiterer Stein für die Verbreitung der Basis gelegt.

Zukunftsmusik

"Weg vom Image der braven Schweizer, hin zum totalen Risiko in jedem Rennen", ist die Devise von Nationaltrainer Clemens Caderas für die neue Saison. Die aufsteigende Tendenz des Schweizer Teams soll nächsten Jahr bestätigt werden. Dafür müssen alle am gleichen Strick ziehen und weiterhin hart an sich arbeiten. Dann kann auch die Junioren-Nationalwertung imneuen Jahr gewonnen werden und man musss sich nicht mehr im letzten Moment um sechs Punkte geschlagen geben. Die Zeichen sind auf jeden Fall gesetzt; jetzt gilt es diese umzusetzen.