Bericht für die Zeitschrift „SKI“ von Swiss Ski

Skisport auf grüner Wiese

Grasskisport

Grasskisport gibt es eigentlich seit den 60er Jahren und ist bei uns, im Gegensatz zu einigen anderen Ländern, auch heute noch eine Randsportart. In Japan, Iran oder Tschechien wird Grasski als Volkssport betrieben.
Mit der neuen Carving-Technik im Alpinen hat Grasskifahren als alternatives und nutzbringendes Sommertraining für die Schneesportler an Bedeutung gewonnen. Auch berühmte Alpin-Rennläufer wie z.B. Daniel Mahrer, Franco Cavegn und verschiedene Nachwuchsfahrer haben ihr Sommertraining mit Grasski aufgelockert.
Nach dem Rücktritt der Schweizer Grasskicracks der 80er und 90er Jahre musste in der Schweiz eine neue Mannschaft aufgebaut werden. Dank guter Jugendaufbauarbeit, vor allem im Entlebuch, in der Ostschweiz und im Bündnerland, und gezieltem Juniorentraining durften schon verschiedene Erfolge mit der sehr jungen Mannschaft gefeiert werden (Medaillen an Juniorenweltmeisterschaften und sogar Weltmeisterinnen bei den „Grossen“).

Die Grasskisaison

Die Grasskisaison beginnt jeweils so ca. 20. April und endet anfangs Oktober. Nach ca. 15 intensiven Trainingstagen, wo auch Kondition nicht zu kurz kommt, beginnen die Fis- und Weltcuprennen. Immer nach mitte Juli messen sich die Selektionierten an der Junioren-Weltmeisterschaften. Mit Swiss Cup- und Regiocuprennen (FRA, GER und SUI) wird die harte Rennsaison etwas aufgelockert.
Unsere Mannschaften bestehen heute aus einem FIS- und einem Weltcupteam. Wer sich für den Weltcup qualifiziert, geniesst sicher die nur ein bis zwei trainings- und rennfreien Wochenende während der ganzen Saison.
Etwa zwei Fis-Rennen, ein Weltcuprennen, ein paar Swisscup- und ein Regiocuprennen finden in der Schweiz statt. Für die Auslandeinsätze in Deutschland, Oesterreich, Italien, Tschechien, Japan und im Iran müssen sehr grosse Distanzen bewältigt werden, die aber  jeweils mit sehr guten Leistungen der Athleten belohnt werden. Man durfte in diesem Jahr an FIS- und Weltcuprennen TOP TEN- und auch einige Podestplätze feiern.

Die hohen Ziele des Nationaltrainers für 2005

Nationaltrainer Clemens Caderas aus Chur hat diese Ziele erreicht, ja z. T. gar übertroffen.

Junioren WM in Nove Mesto CZE

Guten Mutes reisten die Schweizer Juniorinnen und Junioren nach Nove Mesto.
 Die 15-jährige Nadja Vogel aus Escholzmatt, bei Swiss Ski bekannt als erfolgreiche Nachwuchsfahrerin (sie erreichte an der JO SM 2005 in Brigels zwei Silbermedaillen in der Abfahrt und im Super-G und am Migros Final in Obersaxen die Gold- und die Silbermedaille) wurde erfolgreichste Athletin dieser Meisterschaften. Nadja holte zwei Mal Gold im Riesenslalom und im Super-G und zwei Mal Silber im Slalom und in der Kombination. Im Super-G durfte die 19-jährige Priska Krummenacher aus Escholzmatt für ihren 6. Rang ein Diplom nach Hause nehmen. Bei den Herren konnten zwei Top Ten Plätze durch Remo Giger aus Herisau erzielt werden. Im Slalom wurde er bei sehr starker Konkurrenz im Slalom Siebter und im Riesenslalom Achter.

Wegen Kriegswirren im Nahen Osten musste die WM der Grossen zwei Mal (2003, 2004) verschoben werden. Anfangs September reiste der Nationaltrainer mit Nadja Vogel und Stefan Portmann vom Grasskiclub Escholzmatt-Marbach, Domenic Senn, Appenzell und Mario Matter, Laax vom Grasskiclub Bömmeli-Säntis und Daniel Graf, Bergün nach Dizin.
Auch hier bei den „Grossen“ bewies Nadja Vogel ihre Stärken mit zwei Broncemedaillen (Riesenslalom und Super-G) und verblüffte als Doppelweltmeisterin im Slalom und in der Kombination. Sie wurde auch hier wieder erfolgreichste Athletin aller Nationen.
Im Slalom überzeugten die Herren Daniel Graf mit dem 7., Stefan Portmann mit dem 8., Domenic Senn mit dem 10. und Mario Matter mit den 14. Rang.
Beim Riesenslalom wurde Domenic Senn Neunter, was ihm Stefan Portmann im Super-G nachahmte.
In der Kombinationswertung holte Stefan Portmann mit dem 6.Platz ein WM Diplom. Daniel Graf wird 7., Domenic Senn 10. und Mario Matter holt den 13. Rang.
Diese WM im Nahen Osten wurde von Hunderten (bis über 2000) Zuschauern mitverfolgt.

Die Resultate im Weltcup und an den Weltmeisterschaften zeigen, dass Nationaltrainer Clemens Caderas und seine Trainercrew mit dieser noch sehr jungen CH-Mannschaft, die Jüngste ist 15, der Aelteste 23 Jahre alt, auf dem richtigen Weg sind.

Auch die Jugend, Knaben und Mädchen des Jahrgangs 91 und jünger, sorgten für ausgezeichnete Leistungen auf internationaler Ebene. Im internationalen FIS Schüler-Cup, bestehend aus 6 Rennen gewann Ralph Weber aus Herisau und Nicole Knüsel aus Escholzmatt die Gesamtwertung ihrer Kategorien. Auch die weiteren jungen Fahrer belegten Plätze im ersten Drittel. Insbesondere die Jugend betreibt diese Sportart als Ausgleich und zugleich als Trainingsaufbau für die alpinen Disziplinen. Dem Jugendverantwortlichen Bruno Hüppi, Gommiswald ist es gelungen eine schlagkräftige Jugendmannschaft aufzubauen.

Swiss Grasski, als nationaler Verband, schafft gute Voraussetzungen, so dass unsere Teams auf den Pisten gute Resultate erreichen können.

Weitere Informationen erhält man unter: www. swissgrasski.ch

Swiss Grasski: Franz Krummenacher, Escholzmatt