1. Grasski-Weltcuprennen auf der Marbachegg im Entlebuch

1. Grasski-Weltcuprennen auf der Marbachegg im Entlebuch

Hochstehender Grasskisport wurde vom 21. – 23. Juli auf der Marbachegg im Entlebuch geboten. Mit Trainingsläufen am Samstag und der Eröffnungsfeier am Abend wurden die beiden Rennen eingeläutet. Trotz strömendem Regen bei der Eröffnungsfeier, die vom Alphornduo Oskar Wigger/Emil Haas umrahmt wurde, konnte die FIS-Fahne gehisst werden. OK-Präsident Egon Allemann vom organisierenden Grasskiclub Escholzmatt - Marbach und der Gemeindepräsident Fritz Lötscher begrüssten die rund 50 Athletinnen und Athleten auf der Marbachegg.

 

Am Sonntag hatte Petrus Einsicht mit den Organisatoren und so konnte ohne Regen pünktlich um 10.00 Uhr zum ersten Lauf des Riesenslaloms gestartet werden. Die sehr nasse, aber gut präparierte Piste verlangte von den Athletinnen und Athleten einiges an Feingefühl ab.

Zuerst mussten die Damen den flüssig ausgeflaggten und mit 23 Toren bestückten ersten Lauf absolvieren. Dabei setzte sich die momentan weltbeste Fahrerin, Ingrid Hirschhofer aus Österreich an die Spitze. Eine beeindruckende Leistung zeigte einmal mehr Nadia Vogel, Escholzmatt. Trotz wenig Grasskitraining, sie war bis am Freitag auf dem Gletscher in Saas Fee im Alpintraining, erreichte sie Platz drei. Als Mitglied des C-Kaders von Swissski und amtierende Juniorenweltmeisterin im Grasski  betrug ihr Rückstand auf die Führende lediglich 31/100.

Bei den Herren setzte sich mit Weltcupleader Jan Nemec der momentan stärkste Fahrer an die Spitze des Zwischenklassementes. Einen guten ersten Lauf absolvierte Lokalmatador Stefan Portmann aus Wiggen. Mit seiner Leistung setze er sich auf den 5. Zwischenrang. Die geringen Zeitabstände bei den Herren versprachen einen spannenden zweiten Lauf.  

Bei Sonnenschein und grossem Publikumsaufmarsch konnte um 14.00 Uhr zum spannenden Finale gestartet werden. Bei den Damen erzielte dabei Nadia Vogel  überlegen Laufbestzeit und zum Schluss fehlten ihr 7/100 zum Sieg, was aber wieder Rang 2 bedeutete. Als Siegerin durfte sich einmal mehr Ingrid Hirschhofer aus Oesterreich feiern lassen.

Spannend verlief das Rennen der Herren, hatten doch noch zehn Fahrer Chancen aufs Podest zu fahren. Trotz Laufbestzeit konnte der Italiener Eduardo Frau den Tagessieg dem sympathischen Tschechen Jan Nemec nicht streitig machen. Mit Ricardo Lorenzone als Dritten sicherten sich die Italiener einen weiteren Podestplatz. Stefan Portmann blieb auf dem 5. Rang. Matthias Inniger aus Adelboden landete auf dem sehr guten 7., Domenic Senn, Appenzell auf dem 9. Platz.

Mit Beat Feuz aus dem benachbarten Schangnau, Mitglied des B-Kader von Swiss Ski und dreifacher Juniorenweltmeister bei den Alpinen gab ein prominenter Gast auf der Marbachegg dem Grasskisport die Ehre. Die Autogrammstunde mit ihm und Nadja Vogel wurde rege benutzt .

 

SUPER-G am Montag

 

Bei herrlichem Sonnenschein gelangte das zweite Rennen, der Super G zur Austragung. Der vom Schweizer Nationaltrainer Clemens Caderas zügig gesteckte Lauf mit 15 Richtungsänderungen (20 Tore) war eine echte Herausforderung für die Athletinnen und Athleten. Die Strecke auf der Marbachegg gilt bei den Grasskisportlern als die Schwierigste und wird oft mit dem Lauberhorn oder dem Hahnenkamm bei den Alpinen verglichen.

Alle Damen meisterten die Strecke ohne Stürze. Der Sieg ging wiederum an Ingrid Hirschhofer aus Oesterreich. Mit winzigen 6/100 Rückstand erreiche Nadia Vogel wiederum Platz zwei. Dritte wurde die Deutsche Anna-Lena Büdenbender.

Höhepunkt am Montag war natürlich der Super G  der Herren. Dass diese Disziplin nicht nur spektakulär ist, werden doch Tempi bis über 80 Stundenkilometer erreicht, mussten einige Fahrer erfahren. Glücklicherweise verliefen die vier Stürze einigermassen glimpflich ab.

Das spannende Rennen wurde wiederum vom Tschechen Jan Nemec, vor den beiden Italienern Fausto Cerentin und Riccardo Lorenzone gewonnen.

Trotz der sehr angriffigen Fahrweise konnte der Lokalmatador Stefan Portmann den angestrebten Podestplatz nicht erreichen, wurde aber guter Vierter. Eine Superleitung zeigten Matthias Inniger, Adelboden und Mario Matter, Laax mit den sensationellen Rängen 6 und 7. Der sehr talentierte Junior Mirko Hüppi, Gommiswald erreichte den guten 13. Rang, was ihn sicher für einen Medaillengewinn an den Junioren Weltmeisterschaften von anfangs August in Italien motivieren wird.

Die Organisatoren dürfen auf einen sehr gelungenen Anlass zurückblicken. Der Anlass war mustergültig vorbereitet und man scheute keinen Aufwand. Die vielen Funktionäre und Helfer leisteten sehr gute und harte Arbeit, die von allen Seiten nur gelobt werden durfte.

Aus den Ranglisten:

Riesenslalom Damen: 1. Ingrid Hirschhofer AUT, 2. Nadja Vogel SUI (Escholzmatt), 3. Ilaria Sommavilla ITA; 7. Bianca Lenz, Uzwil; 8. Nicole Portmann, Wiggen/Fankhaus; 9. Jessica Thönen, Spiez.

Herren: 1. Jan Nemec CZE, 2. Eduardo Frau ITA, 3. Riccardo Lorenzone ITA; 5. Stefan Portmann, Wiggen/Zürich, 7. Matthias Inniger, Adelboden, 9. Domenic Senn, Appenzell, 13. Mirko Hüppi, Gommiswald, 18. Mario Matter, Laax, 24. Marcel Wampfler, Saanenland.

Super-G Damen: 1. Ingrid Hirschhofer AUT, 2. Nadja Vogel SUI, 3. Anna-Lena Büdenbender GER, 8. Bianca Lenz SUI.

Herren: 1. Jan Nemec CZE, 2. Fausto Cerentin ITA, 3. Riccardo Lorenzone ITA, 4. Stefan Portmann SUI, 6. Matthias Inniger SUI, 7. Mario Matter SUI, 13. Mirko Hüppi SUI, 14. Domenic Senn, SUI, 19. Marco Manser SUI (Arbon), 24. Marcel Wampfler SUI, 29. Viktor Müller SUI (Neuhausen a.R.) (FK)